Manuelle Therapien sind Therapien, die buchstäblich "aus den Händen" des Behandlers kommen. Es gibt viele manuelle Techniken, die geeignet sind, den Bewegungsapparat zu mobilisieren und zu kurieren.

Die manuellen Therapien nutzten aber nicht nur die manuellen Fertigkeiten des Therapeuten, sondern werden oft auch ergänzt durch natürliche physikalische Reize wie Wärme, Kälte, Druck, Strahlung oder Elektrizität.

Dabei hat die Behandlung in erster Linie die natürliche, physiologische Reaktion des Organismus im Sinn, z.B. den Muskelaufbau oder die Anregung des Stoffwechsels.

Ziel ist die Erhaltung, Förderung und Wiederherstellung der Gesundheit. In der Regel steht hierbei die Schmerzlinderung im Vordergrund. Die Heilung des Tieres kann durch Physiotherapie, Massage, Akupressur oder auch Lymphdrainage gefördert werden. Der Behandler wird die speziellen gymnastischen Übungen auf die jeweiligen Bedürfnisse des Patienten abstimmen und kann sich dabei aus einer großen Palette von manuellen Techniken bedienen. Auch technische Anwendungen wie Elektrotherapie, Licht- und Lasertherapie oder Magnetfeldtherapie können diese Techniken unterstützen und werden von Tieren in der Regel sehr gut toleriert.

Hauptsächlich wird die Physiotherapie in den Bereichen Bewegungsstörungen eingesetzt, häufig in der Schmerztherapie und auch erfolgreich bei älteren Tieren mit Altersbeschwerden.

           

Beispiele für Manuelle Therapien:             

Lymphdrainage          

Besonders erwähnt sei in der manuellen Therapie die Lymphdrainage. Sie wurde vor rund 50 Jahren vom dänischen Physiotherapeuten Emil Vodder entwickelt, nachdem er - entgegen aller damaligen Lehrmeinungen- bei einem Patienten die vergrößerten Halslymphknoten mit vorsichtigen Dreh- und Pumpbewegungen kurierte.

Das Prinzip leitet sich aus dem Umstand ab, dass Wasser mit Hilfe der Lymphgefäße aus dem Gewebe abtransportiert und in die Gefäße zurückgebracht wird. Gibt es hier Störungen, staut sich das Wasser im Gewebe. Es kommt zu Ödemen, d.h. zu Schwellungen. Die Lymphdrainage stellt das gestörte Gleichgewicht zwischen der Menge des sich im Gewebe befindlichen Wassers und der Leistungsfähigkeit der Lymphbahnen wieder her. Sie eignet sich also vor allem für Beschwerden, bei denen es zu Stauungen im Gewebe kommt (Lymphödeme, Phlegmone, Schwellungen nach Verletzungen, Ödeme bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises).      

                  

Craniosakrale Therapie

Die craniosakrale Therapie ist eine Form der Osteopathie. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass es einen craniasakralen Puls gibt, der durch die Produktion und Resorption von Liquor (Hirnflüssigkeit) im Gewebe des Zentralen Nervensystems entsteht. Dieser Puls kann bei Blockaden durch gezielten sanften Druck mit den Händen gefühlt werden, wenn der Körper sich selbst korrigiert. Bei der craniosakralen Behandlung werden zum einen durch feinen, oft kaum spürbaren Druck und Zug mit den Händen an Kopf oder Körper Blockaden gelöst und die Selbstheilungskräfte aktiviert.

Oft fühlt sich der Behandler auch "nur" in das Gewebe ein und spürt dabei die feinen Bewegungen, ohne manipulativ einzugreifen. Obwohl der Patient nur sanft berührt wird, geht diese Arbeit sehr tief.

Einsatzgebiete sind:

  • Psychische (durch Tiefenentspannung reduzierten sich z.B. Stress und Ängste) und
  • physische Störungen wie Lungenerkrankungen, Lahmheiten, Lymphabflussprobleme, Ödeme, muskuläre Verspannungen, Einflussnahme auf endokrine Funktionen und den Urogenitaltrakt (hier als Beispiel auch die Inkontinenz zu nennen), und z.B. den Sattelzwang.

Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.
(Ernst R. Hauschka)